Stadtmagazin für den Würzburger Nordosten


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Startschuss für den Johanniter-Weihnachtstrucker

Würzburg – Bereits zum 25. Mal ist der Startschuss für die Weihnachtstrucker-Aktion der Johanniter gefallen. Die Hilfsorganisation bittet auch in diesem Jahr wieder 181203_Start_Weihnachtstrucker_SaskiaRosebrockPrivatpersonen, Firmen, Schulen, Kindergärten und Vereine, Hilfspäckchen mit Grundnahrungsmitteln und Hygieneartikeln bis zum 16. Dezember zu spenden. Die Päckchen werden von ehrenamtlichen Helfern an notleidende Kinder, Familien, alte Menschen und Menschen mit Behinderung in Südosteuropa verteilt.

Der Johanniter-Weihnachtstrucker feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubiläum. Aufgrund der großen Unterstützung zahlloser Menschen konnte die Aktion, die 1994 in Bayern ihren Anfang genommen hatte, mittlerweile fast auf das gesamte Bundesgebiet ausgeweitet werden. In diesem Jahr fahren die Weihnachtstrucker erstmals in fünf Länder: Neben Albanien, Bosnien sowie Nord- und Zentral-Rumänien sind dies die Ukraine und zum ersten Mal auch Bulgarien. „Wir sind immer wieder überwältigt, wie viel Gutes durch die Hilfsbereitschaft der Spender getan werden kann. Viele davon unterstützen die Aktion bereits seit vielen Jahren und haben sie fest in ihren Jahresablauf eingeplant“, sagt Auslandshelfer Manfred Emmerling von den Johannitern in Würzburg. Seit 2007 begleitet er den Johanniter-Weihnachtstrucker und wird in diesem Jahr den Hilfskonvoi nach Zentral-Rumänien leiten. Unterstützt wird er von seinen Johanniter-Kollegen Christoph Fleschutz und Gregor Gutbrod aus Würzburg. Gemeinsam werden die zwei Unterfranken am zweiten Weihnachtsfeiertag von Landshut aus starten und die voll gepackten Lkws sicher zu ihren Zielen in Rumänien führen.

„Auch wenn es für uns mitunter schwer vorstellbar ist, gibt es nach wie vor sehr viele Gegenden in Europa, in denen es den Menschen am Allernotwendigsten fehlt, wo sie unter einfachsten Bedingungen leben und in den Wintermonaten bisweilen sogar Hunger leiden müssen“, berichtet Fleschutz. „Jeder, der schon einmal selbst mit dem Weihnachtstrucker vor Ort war, kann bestätigen, wie bitter nötig die Hilfe nach wie vor ist und welche große Wertigkeit sie für die betroffenen Menschen hat. Nicht nur die Lebensmittel als solche sind wichtig. Das damit einhergehende Zeichen der Solidarität und Hoffnung, bedeutet den Menschen sehr viel.“

Bis zum 16. Dezember können die Päckchen in den Dienststellen sowie den Kindertagesstätten der Johanniter und weiteren Sammelstellen abgegeben werden. Am zweiten Weihnachtsfeiertag starten dann mehr als 100 ehrenamtliche Weihnachtstrucker-Fahrer zusammen mit zahlreichen Helfern ihre mehrtägige Reise nach Südosteuropa. An zentralen Verteilstellen übergeben sie die Päckchen mit Hilfe langjähriger Partnerorganisationen vor Ort möglichst persönlich an die Empfänger.

Damit die Helfer am Zoll keine Probleme bekommen und die Menschen möglichst gleichwertige Päckchen erhalten, ist es wichtig, sich beim Packen genau an die Packliste zu halten. Wer möchte, kann eine Karte mit einem persönlichen Weihnachtsgruß beilegen. Die Artikel sollten in einen möglichst stabilen Karton von geeigneter Größe gepackt werden.

Nicht nur mit Päckchen, auch mit Spenden kann man den Weihnachtstruckern unter die Arme greifen und den Transport der Pakete und die Koordination des Projektes unterstützen – über die Internetseite der Aktion, an den jeweiligen Abgabestellen oder direkt über folgendes Konto: Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.; IBAN: DE89 3702 0500 0004 3030 02; BIC: BFSWDE33XXX; Stichwort: Weihnachtstrucker.

Weitere Spendenmöglichkeiten sowie Informationen zur nächstgelegenen Sammelstelle gibt es im Internet unter http://www.johanniter.de/weihnachtstrucker.

Neue Packliste für die Weihnachtstrucker-Päckchen – weniger Zucker, mehr Speiseöl:

· 1 kleines Geschenk für Kinder (Malbuch oder -block, Malstifte)

· 2 kg Zucker

· 3 kg Mehl

· 1 kg Reis

· 1 kg Nudeln

· 2 Liter Speiseöl in Plastikflaschen

· 3 Packungen Multivitamin-Brausetabletten

· 3 Packungen Kekse

· 5 Tafeln Schokolade

· 500 g Kakaogetränkepulver

· 2 Duschgel

· 1 Handcreme

· 2 Zahnbürsten

· 2 Tuben Zahnpasta

Bildunterschrift:

Voller Freude und Hoffnung nehmen bedürftige Familien die Päckchen von den ehrenamtlichen Helfern entgegen. (Foto: Saskia Rosebrock / Johanniter)

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Stiftung „Forschung hilft“: Über 100.000 Euro für Krebsforschungsprojekte der Würzburger Universitätsmedizin

Bei einer Benefizgala am 3. November dieses Jahres gab die Stiftung zur Förderung der Krebsforschung an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg die ersten sieben wissenschaftlichen Projekte bekannt, die zusammen eine Unterstützung von über 100.000 Euro erhalten.

Der Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ gründete Ende vergangenen Jahres unter dem Gruppenbild_Förderpreisgala 1Namen „Forschung hilft“ eine Stiftung zur Förderung der Krebsforschung an der Würzburger Universität. Im Rahmen der Benefizgala „Was Spenden & Stiften alles kann“ am 3. November 2018 konnten die ersten 100.000 Euro als Förderpreise an insgesamt sieben neuartige, in Würzburg entwickelte onkologische Behandlungsansätze ausgeschüttet werden.

Drei Mal 20.000 Euro für aussichtsreiche Projekte

Jeweils 20.000 Euro erhielten drei Arbeitsgruppen. Unter diesen forschen Dr. Giacomo Cossa und Prof. Dr. Martin Eilers, beide vom Lehrstuhl für Biochemie und Molekularbiologie der Uni Würzburg, an Medikamenten, die fehlerhafte Proteine im Zellkern angreifen. Diese Proteine sind bei vielen Krebsarten die Ursache dafür, dass die Zellen entarten.

Die Forschergruppe um Dr. Michael Hudecek und Dr. Thomas Nerreter, beide von der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des Uniklinikums Würzburg (UKW), hat über spezielle T-Zellen einen Weg gefunden, dass sich das körpereigene Immunsystem gegen Tumorzellen wenden kann.

Das Multiple Myelom, eine bösartige Krebserkrankung des Knochenmarks, kann Resistenzen gegen Medikamente entwickeln. Die dritten 20.000 Euro gingen an Dr. Martin Kortüm von der Medizinischen Klinik II des UKW, der dem zugrundeliegenden Mechanismus auf der Spur ist.

Jeweils 10.000 Euro für vier weitere Forschungsvorhaben

Weitere vier Erfolg versprechende Projekte erhielten jeweils 10.000 Euro. So wollen Dr. Carsten Hagemann und Dr. Mario Löhr, beide von der Neurochirurgischen Klinik und Poliklinik des UKW, mit feinen Bläschen Chemotherapeutika zu Hirntumoren transportieren, um diese lokal begrenzt zu behandeln, während Prof. Dr. Andreas Beilhack und Prof. Dr. Harald Wajant, beide von der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des UKW, Wege suchen, die körpereigene Immunabwehr von Krebspatienten zu reaktivieren. Prof. Dr. Volker Kunzmann von der Medizinischen Klinik und Poliklinik II arbeitet daran, die Heilungschancen bei Bauchspeicheldrüsenkrebs zu verbessern und Prof. Dr. Achim Wöckel von der Würzburger Universitätsfrauenklinik setzt sich für eine bessere Versorgung bei Brustkrebs ein.

Teils emotionale, teils fröhliche Benefizgala

Die Förderpreisübergabe war eingebettet in eine teils bewegende, teils fröhlich-optimistische Benefizgala mit mehr als 200 geladenen Gästen. So wurden die drei Hauptpreise von drei jungen Frauen überreicht, die mit dem Thema Krebs in jeweils höchst persönlicher Verbindung stehen: als geheilte Brustkrebspatientin, als Brustkrebspatientin in aktueller Behandlung und als Schwester eines an Krebs Verstorbenen. Weitere Preisübergaben übernahmen bekannte Handballer der Rimpar Wölfe, die die Stiftung „Forschung hilft“ schon seit längerem unterstützen.

Nach dem offiziellen Part lockerte der Nürnberger Kabarettist Dr. Oliver Tissot die nachdenkliche Stimmung des Publikums mit seiner Wortakrobatik wieder auf. Dabei schaffte er es, dem ernsten Thema Krebs gleichzeitig mit Respekt und Humor entgegenzutreten. Für die musikalische Unterhaltung sorgte das „Trio Clarino“ mit Stücken namhafter Komponisten aus der Swing-Ära.

Unter dem Strich über 12.000 Euro für weitere Förderungen gesammelt

Bei dem vom Team des Wöllrieder Hofs kulinarisch abgerundeten Abend kamen durch Spenden spontan 10.365 Euro für zukünftige Förderungen zusammen, die im Nachgang nochmals um weitere 2.200 Euro ergänzt wurden.

Bildunterschrift: Am Ende der Benefizgala waren durch Spenden 10.365 Euro für zukünftige Förderungen der Würzburger Krebsforschung zusammengekommen. Das Bild zeigt die geehrten Forscher gemeinsam mit sonstigen Akteuren und Organisatoren des Abends.

Foto: Angelika Cronauer


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Bürgerbeteiligung zur Gestaltung der Ortsmitte Lengfeld

Lengfeld – Für den Würzburger Stadtteil Lengfeld ist 2016 ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) erarbeitet worden. Im Konzept wurden Plakat Beteiligung Lengfeld Ortsmittezentrale Maßnahmen definiert, die den Stadtteil nachhaltig stärken und verbessern sollen. Eine dieser Maßnahmen ist die Gestaltung der Ortsmitte im Umfeld des alten Feuerwehrgerätehauses zwischen Ökumenischem Zentrum, Kürnachtalhalle, Werner-von-Siemens-Straße und Kurzer Gasse. Dieser Bereich wird zurzeit vor allem funktional als Wendeschleife und Haltestelle für Busse verwendet und soll durch eine Umgestaltung zu einem attraktiven Platz im Herzen des Stadtteils werden.

Um eine möglichst hohe städtebauliche und freiraumplanerische Qualität zu erhalten, wird ein Planungswettbewerb durchgeführt. Vorgeschaltet zu diesem Wettbewerb findet am 14. November um 18:30 Uhr eine Bürgerbeteiligung im Ökumenischen Zentrum statt, in welcher die wesentlichen Inhalte der Wettbewerbsauslobung gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutiert werden. Sprich: Was soll den Planern für ihre Entwürfe mit auf den Weg gegeben werden. In der Veranstaltung geht es im Wesentlichen um grundsätzliche Fragen wie:
„Welche Funktion kann der Platz zukünftig haben?“,
„Welche Nutzungen sind möglich?“ oder
„Welche Atmosphäre kann der Platz nach der Umgestaltung erhalten?“

Aufgrund der Nähe zum Veranstaltungsort im Ökumenischen Zentrum findet
an diesem Abend auch ein kurzer Spaziergang zum Wettbewerbsgebiet
statt.
Die Stadtverwaltung freut sich über viele Ideen und Anregungen der
Bürgerinnen und Bürger für die Zukunft ihrer neuen, alten Ortsmitte.


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Mehr Komfort für Patientinnen

Grombühl – Nach einem Jahr Bauzeit sind am Dienstag die neuen Ambulanzräume der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am SONY DSCUniversitätsklinikum Würzburg eröffnet worden. Die Ambulanz mit vier modernen Behandlungsräumen und einem neuen Anmelde- und Wartebereich bietet den Patientinnen mehr Komfort und Diskretion.

„Mit der Neugestaltung der Ambulanz haben wir Versorgungsstrukturen geschaffen, die den Ansprüchen einer modernen ambulanten Diagnostik und Behandlung unserer Patientinnen noch besser gerecht werden“, führte Prof. Dr. Achim Wöckel, Direktor der Universitäts-Frauenklinik, bei der Eröffnung aus. Neben Routineuntersuchungen bietet das Team um Prof. Wöckel in der Ambulanz auch verschiedene Spezialsprechstunden an. Dazu gehören Sprechstunden zu bösartigen Erkrankungen der Brust und der weiblichen Organe und zu minimal-invasiven Verfahren bei Endometriose oder Senkung des Beckenbodens sowie weitere Angebote. Dass der Bedarf groß sei, belegen die annähernd 18.500 Behandlungsfälle, die im Jahr 2017 das ambulante Angebot der Frauenklinik nutzten, so der Direktor der Frauenklinik.

Innerhalb von gut zwölf Monaten wurden die neuen Räumlichkeiten im Rahmen einer Kernsanierung der Frauenklinik im laufenden Klinikbetrieb realisiert. Die Ambulanz verfügt über 280 Quadratmeter Nutzfläche mit einem ansprechenden Ambiente sowie erweiterter Behandlungsfläche. Sie tritt an die Stelle der bisherigen, in die Jahre gekommenen Ambulanz, die renovierungsbedürftig war und nicht mehr den modernen Ansprüchen genügte.

Bildunterschrift:
Freuen sich über die Eröffnung der neuen Ambulanz (v.l.n.r.): Prof. Achim Wöckel (Direktor der Frauenklinik), Prof. Georg Ertl (Ärztlicher Direktor UKW), Wolfgang Roth (Stellvertretender kaufmännischer Direktor UKW), Architektin Jutta Graf (Architekturbüro Graf), Bertram Bräutigam und Martin Wolf (UKW-Bauabteilung) und ein Teil des Ambulanzteams.

Foto ©: Barbara Knievel / Uniklinikum Würzburg


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Karen Duve gastiert in Stadtbücherei

Altstadt – Fräulein Nette ist eine Nervensäge, dreiundzwanzig Jahre alt, heftig, störrisch und vorlaut. Sie ist das schwarze Schaf, das nicht in die Herde ihrer adligen Verwandten Duve_Karen_Portrait_FräuleinNette_(c)Kerstin Ahlrichs_KLEINpassen will. Wenn die Künstlerfreunde ihres Onkels über Kunst und Politik sprechen, mischt sie sich ein. Die Männer fürchten sich vor ihrer spitzen Zunge und ihrem scharfen Verstand.

Ihr Name ist Annette von Droste-Hülshoff. In ihrem grandiosen Roman erzählt Karen Duve gnadenlos realistisch und mit trockenem Humor von der Liebes- und Lebenskatastrophe der jungen Dichterin, die sich nicht anpassen will. Karen Duve (*1961) wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Ihre Romane „Regenroman“, „Dies ist kein Liebeslied“, „Die entführte Prinzessin“ und „Taxi“ waren Bestseller und wurden in 14 Sprachen übersetzt. 2011 erschien ihr Selbstversuch „Anständig essen“, 2014 ihre Streitschrift „Warum die Sache schiefgeht“. Die Verfilmung des Romans „Taxi“ kam 2015 in die Kinos. Zuletzt sorgte sie mit dem Roman „Macht“ für Aufruhr und wurde 2017 mit dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor ausgezeichnet.

Kartenvorverkauf in der Stadtbücherei im Falkenhaus. Kartenreservierung ist per Fax (0931/373638), per Mail (stadtbuecherei@stadt.wuerzburg.de) oder per Telefon bei Frau Rau unter Tel. 0931/372444 möglich. Eine Induktionsanlage in der Stadtbücherei Würzburg ermöglicht es Ihnen, die Lesungen störungsfrei und drahtlos über die Hörgeräte zu empfangen. Sofern ein Gebärdensprachdolmetscher gewünscht wird, bitten wir um Information.

Die Erfolgsautorin ist mit ihrem neuem Roman am Donnerstag, 27.09., 20.00 Uhr in der Stadtbücherei im Falkenhaus, Lesecafé Karen Duve: „Fräulein Nettes kurzer Sommer“ BU: © Kerstin Ahlrichs


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Verkehrsführung rund um Uni-Klinik wieder offen

Grombühl – Die Leitung der Uni-Klinik mit Prof. Dr. Ertl (Ärztlicher Direktor des UniKlinikUniversitätsklinikums) und Prof. Dr. Frosch (Dekan) an der Spitze empfing eine Delegation der SPD unter Führung der beiden Landtagskandidaten Dr. Jürgen Kößler (Kitzingen) und Prof. Eberhard Grötsch (Würzburg).

Laut einer Pressemitteilung der SPD wurden medizinische Themen, wie die Gesundheits­versorgung in der Region und die Rolle der Uni-Kliniken im Zusammenspiel mit anderen Akteuren, oder Lösungsansätzen zu aktuellen Problemen (z.B. Versorgung der ländlichen Region durch Gemeindeschwestern) diskutiert. Besonderes Interesse bei den Gästen fand auch der Stand der Erweiterung der Uni-Klinik nach Norden. Die Erweiterung hat neue Anforderungen an die Verkehrsinfrastruktur zur Folge. Dabei bestätigte Prof. Dr. Ertl, dass nach der nördlichen Erweiterung alle Kliniken bis auf eine in den neuen Bereich umziehen werden. Damit verlieren Zinklesweg und Josef-Schneider-Str. ihre Bedeutung für klinikinterne Transporte, und es sei nun Sache der Stadt, für diese Straßen eine ausgewogene und mit den Bürgern abgestimmte Verkehrsplanung durchzuführen. Prof. Dr. Ertl „Das UKW hat keine besonderen Präferenzen bezüglich der Verkehrsführung“. Dazu Prof. Grötsch: „Damit gibt keinen Grund mehr für die Steinleintrasse“.

Foto: Kirstin Linkamp
Von links nach rechts: Prof. Dr. Maack, Prof. Dr. Gerull, Stadträtin Henzler, Unterbezirks-Vorsitzende Räth, Dekan Prof. Dr. Frosch, Kreisrätin Buczko, die Landtagskandidaten Dr. Kößler und Prof. Grötsch, Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Ertl


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Uniklinikum Würzburg: Mit Microbubbles gegen Tumorzellen

Grombühl – Wissenschaftler/innen der Neurochirurgischen Klinik und Poliklinik des Uniklinikums Würzburg untersuchen Möglichkeiten, Chemotherapeutika SONY DSCmittels mikroskopisch kleiner Bläschen (englisch Microbubbles) zielgenau zum Gewebe von Hirntumoren zu transportieren. Nun tritt das Forschungsprojekt in ein neues Stadium ein: Die Wirksamkeit und die Verträglichkeit der Microbubbles werden im Tumorbiologischen Labor an Zellkulturen getestet.

Diagnose: Glioblastom. Ein großer Schock für viele Patienten, denn dieser häufigste bösartige hirneigene Tumor hat eine ungünstige Prognose. Die derzeitigen Therapiekonzepte beruhen auf der chirurgischen Entfernung des Tumors sowie einer kombinierten Chemo- und Strahlentherapie. Die Erfolge sind jedoch nur von begrenzter Dauer, ein erneutes Wachstum des Tumors ist nahezu unausweichlich. Außerdem beeinträchtigt die Chemotherapie die Lebensqualität der Patienten, da die verabreichten Substanzen im ganzen Körper Nebenwirkungen entfalten. „Es ist daher dringend erforderlich, effektivere und gezieltere Behandlungsmethoden zu entwickeln und hierdurch sowohl die Prognose als auch die Lebensqualität der Patienten während der Behandlung zu verbessern“, sagt Prof. Dr. Ralf-Ingo Ernestus.

Basierend auf einer Idee aus Köln

Der Direktor der Neurochirurgischen Klinik und Poliklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) initiierte dazu zusammen mit Prof. Dr. Volker Sturm, emeritierter Lehrstuhlinhaber für Stereotaxie und funktionelle Neurochirurgie der Uniklinik Köln und Seniorprofessor an der Neurochirurgischen Klinik in Würzburg, im Jahr 2014 ein interdisziplinäres Projekt für eine möglichst lokale Tumortherapie. Die grundlegende Idee reicht viele Jahre in die Zeit der früheren Zusammenarbeit der beiden Neurochirurgen in Köln zurück. In Würzburg arbeiten an dem Forschungsvorhaben aktuell die Arbeitsgruppen des Chemikers Prof. Dr. Ulrich Schatzschneider von der Bioanorganischen Chemie der Universität Würzburg, des Leitenden Oberarztes der Würzburger Neurochirurgie, Privatdozent Dr. Mario Löhr, sowie des Molekularbiologen Privatdozent Dr. Carsten Hagemann, Leiter des Tumorbiologischen Labors der Neurochirurgischen Klinik.

Microbubbles als potenzielle Vehikel für Chemotherapeutika

Bei dem ambitionierten Projekt geht es darum, mikroskopisch kleine Bläschen, sogenannte Microbubbles, zu entwickeln und diese mit gegen das Glioblastom gerichteten Chemotherapeutika zu beladen. Die Microbubbles sollen später den Patienten in den Blutkreislauf injiziert werden, wobei die Chemotherapeutika innerhalb der Bläschen so stabil verankert sind, dass sie keine Nebenwirkungen entfalten. Gelangen sie aber mit dem Blutstrom in den Tumor, sollen sie dort durch fokussierten Ultraschall mit hoher Präzision zum Platzen gebracht werden. „Auf diesem Weg wird der Wirkstoff gezielt und ausschließlich innerhalb des Tumors freigesetzt“, schildert Dr. Hagemann. Besonders attraktiv ist dieses Behandlungskonzept nach seinen Worten auch dadurch, dass der Ultraschall auf dem Weg zum Wirkungsort das gesunde Gewebe nicht schädigt.

Soweit das Fernziel. Bis es soweit sein wird, ist noch viel Entwicklungsarbeit nötig. Über erste Erfolge kann die Forschergruppe schon berichten: In der Bioanorganischen Chemie konnten die Microbubbles bereits erfolgreich hergestellt und mit Therapeutika beladen werden.

Biologin testet jetzt in Zellkulturmodellen

Nun tritt das Projekt in ein neues Stadium ein: Die Wirksamkeit und die Verträglichkeit der Microbubbles sollen im Tumorbiologischen Labor an Zellkulturen getestet werden. Dazu ist die Biologin Ellina Schulz zum Team gestoßen, die ihr Biologiestudium in Würzburg mit den Schwerpunkten Molekular- und Zellbiologie absolvierte. Bereits während ihrer Masterarbeit im Forschungslabor der Hautklinik des UKW entwickelte sie großes Interesse an der klinischen Tumorforschung. Die Arbeit an dem höchst innovativen Projekt stellt daher eine konsequente Weiterführung ihrer bisherigen wissenschaftlichen Arbeit dar und ist nun zentraler Bestandteil ihrer dreijährigen Promotionsarbeit. Hierbei wird sie vor allem die Microbubbles in 2D- und 3D-Zellkulturmodellen auf ihre Verwendbarkeit, Stabilität und Wirksamkeit ausgiebig testen.

Gefördert von der der Jörg-Bernards-Stiftung

Finanziert werden diese Arbeiten von der Jörg-Bernards-Stiftung aus Köln. Unter dem Leitfaden „Gedenken. Forschung. Zukunft.“ unterstützt die von dem Ehepaar Marianne und Helmut Bernards gegründete Stiftung seit dem Jahr 2007 Forschungsarbeiten zur Bekämpfung von Hirntumoren – in Gedenken an ihren Sohn, der an einem Glioblastom verstorben ist.

Bildunterschrift:

Team Microbubbles.jpg

Prof. Dr. Ralf-Ingo Ernestus, der Direktor der Neurochirurgischen Klinik des Uniklinikums Würzburg (links), und die Würzburger Microbubbles-Arbeitsgruppe: Privatdozent Dr. Carsten Hagemann, Ellina Schulz, Prof. Dr. Ulrich Schatzschneider und Privatdozent Dr. Mario Löhr (von links).

Bild: Doris Krammel / Uniklinikum Würzburg