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Das Klinik-Café des Uniklinikums Würzburg – ein Musterbeispiel für attraktive Inklusion

Seit zehn Jahren betreibt die Werkstatt der Erthal-Sozialwerk gemeinnützigen GmbH das Klinik-Café auf dem Campus des Uniklinikums Würzburg. Die beliebte Einrichtung ist nicht nur ein attraktiver Baustein im Serviceangebot des Klinikums, sondern auch ein Beispiel für gelungene Inklusion.

Im Jahr 2005 entwickelte Wolfgang Roth, der damalige Leiter des Referats Logistik des Uniklinikums Würzburg (UKW), die Idee, einen kleinen, eher unattraktiven Kiosk im

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Bild: Bild: Das Team des Klinik-Cafés am Uniklinikum Würzburg.

 

Herzen des historischen Klinikums-Campus an der Josef-Schneider-Straße zu einem zeitgemäßen Klinik-Café aufzurüsten. „Neben einer zusätzlichen Serviceeinrichtung für unsere Patienten und deren Besucher wollten wir eine Alternative zur Speisenversorgung unseres Personals schaffen. Weiter sollte auch den Studierenden ein ansprechender Ort geboten werden, an dem sie Pausenzeiten zwischen den Vorlesungen gut überbrücken können“, berichtete Wolfgang Roth, mittlerweile Leiter des Geschäftsbereichs Wirtschaft und Versorgung am UKW, bei einer Feier anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des Cafés Ende Juli dieses Jahres.

Betreibermodell mit Inklusion

Zur Weiterentwicklung des Kiosks gehörte eine räumliche Erweiterung. Außerdem holte Wolfgang Roth damals die Werkstatt der Erthal-Sozialwerk als Kooperationspartner ins Boot. Die gemeinnützige GmbH zielt darauf ab, Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen ein würdevolles Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen. Dazu zählt auch die Schaffung von wertvollen Arbeitsplätzen. Gemeinsam mit Wilfried Horn, dem damaligen Werkstattleiter des Erthal-Sozialwerks, erarbeitete eine Projektgruppe ein entsprechendes Betreibermodell. Am 6. Mai 2006 fand die feierliche Eröffnung des Klinik-Café unter der Schirmherrschaft von Barbara Stamm, damals noch Vizepräsidentin des Bayerischen Landtags, statt. Seither ist das Café ein fester Bestandteil des Gastronomieservices des Klinikums. Das Angebot reicht vom Frühstück über ein frisches, wechselndes Tagesessen bis hin zu Zeitschriften und Hygieneartikeln.

Freundlich und serviceorientiert

Mit dem Café-Betrieb verbunden sind aktuell zwölf Arbeitsplätze, die es Menschen mit Handicap ermöglichen, am Berufsleben teilzunehmen. Hinzu kommen fünf betreuende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Erthal-Sozialwerks. „Das Personal des Klinik-Cafés besticht durch seine Freundlichkeit und Serviceorientierung. Die Gäste schätzen das reichhaltige Warenangebot mit einem günstigen Preis-Leistungs-Verhältnis. Und die attraktive Lag

e im schlossartigen Altgebäudebestand des Klinikums sowie die schöne Freifläche tun ihr Übriges, um das Klinik-Café zu einer Erfolgsgeschichte zu machen“, beschreibt Wolfgang Roth. Last but not least sei dem UKW die Inklusion von behinderten Menschen ein wichtiges Anliegen, so dass man mit der gefundenen Lösung nach wie vor äußerst zufrieden sei.

Zusätzliche Dienstleistungsangebote

Über die Jahre wurde das Dienstleistungsangebot der Einrichtung erweitert. So gibt es mittlerweile einen Catering-Service für bis zu 150 Personen, sowie einen Roomservice im Doppelzentrum für Operative und Innere Medizin (ZOM/ZIM) an der Oberdürrbacher Straße. Bei Letzterem fährt ein Mitarbeiter des Cafés in den Vormittagsstunden mit einem Versorgungswagen alle Stationen und Polikliniken des ZOM/ZIM ab und bietet Speisen, Süßwaren, Getränke und sonstige Artikel zum Kauf an. Auch in der Hautklinik werden am Vormittag im Wartebereich der Ambulanz per mobilem Verkauf Kaffee, belegte Brötchen, Gebäck und Zeitungen offeriert.

Das Klinik-Café ist von Montag bis Freitag zwischen 7:30 und 18:00 Uhr geöffnet, an den Wochenenden sowie feiertags von 11:30 bis 17:30 Uhr.

 

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