Stadtteilmagazin für den Würzburger Nordosten

Verkehrswende – so reicht es nicht

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Versbach/Lengfeld – Radverkehrskonzept, Green-City-Plan, Schulwegekonzept, Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzepte (ISEK) – Würzburg scheint konzeptionell auf dem Weg zu einer Verkehrswende. Staus, Flächenverbrauch, Lärm-

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Radverkehrsführung nach Versbach

und Umweltschutz führen in allen Konzepten zu dem ähnlichen Ergebnis: Wir brauchen eine Verkehrswende für unsere Stadt.
Über alle Fraktionen hinweg hatte der Stadtrat Anfang 2018 der Verbesserung der Radstrecke nach Versbach zugestimmt. Seit Winter 2018 gibt es einen Probebetrieb in der Versbacher Straße mit Schutzstreifen. Für die Versbacher Straße im Innenbereich des Stadtteils gibt es nach dem 2016 abgeschlossenem ISEK und auf dauerhafte Nachfrage der Stadträte aus Würzburgs Norden, neue Konzepte der Verkehrsführung. Die Schulwege wurden neu unter die Lupe genommen. Es hat sich einiges positiv bewegt und wurde in verschiedenen Versammlungen vorgestellt. Positiv ist festzustellen, dass diese Verbesserungen fast durchgängig ohne parteipolitische Profilierung erfolgte.
Beim Betrachten der Zeiträume für Verbesserungen gerät man dennoch leicht ins Stocken: Seit dem ersten Vortrag bei der Versbacher CSU mit dem damaligen Stadtbaurat und dem ersten Versbacher Fahrradsonntag 1993 an dem ebenfalls fast alle Fraktionen und der damalige OB teilgenommen haben, sind nun über 26 Jahre vergangen. Die Schwachstellen und Gefahren von damals sind nahezu die gleichen wie heute.
Als „erfahrbare“ Ergebnisse sind erkennbar: Weder die Strecke durch die Neumühle noch die Strecke an der Versbacher Straße sind bisher ausreichend sicher und attraktiv. In der Neumühle führt die Strecke über Privatwege direkt vor den Häusern, Unfälle mit spielenden Kindern passieren immer wieder. An der Versbacher Straße scheint nicht bekannt, dass die Schutzstreifen nur bei 1,50 Meter Sicherheitsabstand funktionieren. Im

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Nürnberger Straße

KFZ-Zweispurverkehr kann dann der Radfahrer auf den Schutzstreifen nur bei einem Spurwechsel überholt werden. So erscheint für viele Eltern ein Schulbesuch auf dem Rad allein aus Sicherheitsgründen undenkbar. Die erlebbare Qualität hinkt dem Anspruch der Konzepte hinterher.
Im Bereich Nürnberger Straße ist eine neue KFZ-Auffahrt auf den Greinbergknoten geplant. Waren diese Ausbaupläne der Grund warum hier der Radweg seit Jahrzehnten trotz ausreichend vorhandenem Platz noch immer im Zweirichtungsverkehr gefährlich an Ausfahrten und noch immer illegal über Zebrastreifen geführt wird, um die Flächen für den KFZ Verkehr frei zu halten? Unglücklich, nun diese Ausbaupläne mit der Verbesserung einer seit 28 Jahren als mangelhaft erkannten Strecke zu verknüpfen.
In der Schweinfurter Straße sind Verbreiterungen des Radwegs erfolgt. Allerdings nur stadteinwärts auf ca. 20% der Strecke, stadtauswärts gar nicht. So vorhanden, werden diese täglich durch Lieferverkehr zugeparkt. Die Radwege sind schmal und gehen am Berliner Ring in einen Wechsel aus Mischverkehr und erneuter illegaler Streckenführung über einen Zebrastreifen über.
Der jahrzehntelange Stillstand ist nur schwer aufzuholen. Trotz dessen verschiedene Stellen der Stadt wie der Radverkehrsbeauftragte und Planer aus dem Tiefbauamt mit Hochduck arbeiten, gehen Kompromisse der Verkehrsführung zu oft auf Kosten der Sicherheit des Radverkehrs. Aktuell scheinen sich Verzögerungen des weiteren Streckenausbaus aus den noch nicht vorhandenen Fördergeldern zu ergeben.
Durch weiter zunehmende Verdichtung des KFZ Verkehrs wird das Fahrrad für die Fahrt in die Stadt dennoch für immer mehr Menschen attraktiv. Zeit ihm endlich den Platz und die Sicherheit zu geben, die es in vielen anderen Städten schon gibt und der ihm aus den Würzburger Konzepten auch zusteht.
Matthias Hart

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